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Seite 1 von 3 Stellungnahme zu dem im Magazin "Stern" erschienenen Artikel "Gefährliches Mitleid" PRO und Contra: die positiven Seiten des seriösen Auslandstierschutzes überwiegen bei weitem die auch vorhandenen Negativaspekte. Hinter der Negativ-Propaganda gegen den Import von Auslandshunden stecken oft wirtschaftliche Interessen von Hundevermehrern - sog. "Züchtern" - oder von Tierheimen, die die Konkurrenz fürchten.
Bei sehr wohlwollender Betrachtungsweise kann man den von Werner Schmitz im "Stern" im Zusammenhang mit dem Auslandstierschutz veröffentlichten Artikel "Gefährliches Mitleid" als ein nachlässig recherchiertes Gemisch aus einseitig ausgewählten Fakten und haltlosen Vorurteilen bezeichnen. Aus Gründen die im Dunklen bleiben, konzentriert sich der Stern-Autor in erster Linie auf die Negativ-Aspekte des Auslandstierschutzes und lässt die vielfältigen positiven Aspekte nahezu unerwähnt. Insbesondere bleiben die alltäglichen institutionalisierten, an blutige Pogrome erinnernden Gräueltaten unerwähnt, die in Ost- und Südeuropa noch immer an der Tagesordnung sind und die einem mitfühlenden Tierschützer den Magen umdrehen und das Herz brechen können.
Wenn ich den Stern-Artikel nachfolgend auf seinen Wahrheitsgehalt, bzw. seine Ausgewogenheit hin untersuche, will ich fairer Weise zuerst auf die Negativ-Aspekte zu sprechen kommen, die jedem informierten Tierschützer ein Dorn im Auge sind, bzw. sein sollten.
Leider kommt es tatsächlich vor, dass skrupellose Geschäftmacher, oder aus der Lebensbahn geworfene ehemalige Tierschützer, unter dem Deckmantel des Auslands-Tierschutzes ihren Geschäften nachgehen. Diesen Zeitgenossen geht es tatsächlich in erster Linie - oder sogar ausschließlich - um ihre finanziellen Vorteile. Sie sind an der schnellen Mark und nicht am Wohlergehen der gequälten Tiere interessiert. Bei diesem "Pseudo-Tierschutz" nehmen die "Geschäftsreisenden in Tierelend" oft weder auf geltendes Recht, noch auf die Belange von Mensch und Tier Rücksicht. Diese Zeitgenossen bringen nicht Hunde nach Deutschland die von Folter und Tod bedroht sind, sondern gesunde Welpen und Junghunde, die nur zum Zweck des Exports ins reiche Deutschland "produziert" wurden. Diese Tiere werden nicht ärztlich untersucht, sind nicht geimpft, tätowiert und/oder gechippt und sind somit Handelsware und keine Tierschutzfälle.
Parallel zu diesem Teilaspekt des Themas hat Werner Schmitz in seinem Stern-Artikel aber gleichzeitig auch "gelogen", da man bekanntlich durch das Weglassen von Informationen, durch die Einfügung aus dem Zusammenhang gerissene "Experten-Zitate", sowie die einseitige, vorurteilsgesteuerte Auswahl von Fakten, die Unwahrheit sagen, bzw. seinen Lesern vermitteln kann.
"Stern"-Artikel ist einseitig und schadet so den berechtigten Anliegen der Tierschützer - und kann daher viele Hunde das Leben kosten
In seinem vor Einseitigkeit und Voreingenommenheit strotzenden Artikel malte der Journalist ein verzerrtes Bild jener engagierten Tierschutz-Szene, die es sich seit vielen Jahren zum Ziel gesetzt hat, akut von Folter und Tod bedrohte Hunde aus dem Ausland nach Deutschland zu holen, um ihr Leben zu retten und um sie für den Rest ihres Lebens in liebevolle Familienhaltung zu vermitteln. In seinem Artikel übertreibt der Stern-Autor aufgrund seiner Vorurteile die angeblich mit dem Tierimport verbundenen Nachteile und Gesundheitsprobleme maßlos - die für Mensch und Tier positiven Seiten der engagierten Tierschutz-Arbeit lässt er dafür ganz unter den Tisch fallen.
Ahnungslose Expertin wird sinnentstellend zitiert
Damit der Text seriöser wirkt, werden von Werner Schmitz nicht nur Tierärzte zitiert, sondern auch die bekannte, hundeerfahrene Verhaltensforscherin Dr. Feddersen-Petersen. Der international geschätzten Expertin unterstellt der Autor mit dem aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat "Warum geht es Pariahunden eigentlich so furchtbar schlecht – weil sie dünn aussehen? Ganz anders als der durchgefütterte Labrador der Familie?" dass Feddersen-Petersen generell gegen den "Hunde-Import aus Mitleid" sei. Doch dies ist völliger Unsinn, da Pariahunde überhaupt nicht von Tierschützern nach Deutschland gebracht werden. Sie sind kein Objekt der von Deutschland ausgehenden Auslandstierschutzarbeit.
Pariahunde sind nahezu ohne Menschenkontakt aufwachsende Vorstufen neuer Wild-Hundeformen. Das Wort "Paria" stammt aus dem Indischen und bedeutet "Ausgestoßener". Die Pariahunde entstammen vor allem dem Vorderen Orient und Afrika. Ihre Entwicklung geht auf die Entstehung des Islam zurück, der Hunde - mit Ausnahme von Windhunden - als unrein bewertet, weshalb die Tiere verwilderten und sich untereinander vermischten.
Feddersen-Petersen hat sich daher mittlerweile mit Nachdruck von dem "reißerischen" (Zitat Feddersen-Petersen ) Stern-Artikel, bzw. den unzulässig verallgemeinernden Aussagen des Artikels, distanziert. Sie wies darauf hin, dass sich ihre Äußerungen ausschließlich auf Pariahunde und nicht auf jene Hunde bezogen, die von engagierten Tierschützern nach Deutschland gebracht werden.
Deutsche Tierschützer helfen im Ausland gefolterten und vom Tode bedrohten Hunden
Doch die für den tendenziellen Artikel missbrauchten Zitate sind weder der einzige, noch der wichtigste Kritikpunkt: bei den im Ausland von engagierten Frauen und Männern geretteten und nach Deutschland gebrachten Hunden handelt es sich weder um die erwähnten Pariahunde, noch in erster Linie um die mageren, aber perfekt an ihre Umwelt angepassten Straßenhunde, die aufgrund ihrer "street-smartness" jenes freie Leben unter Palmen führen, um das man sie gelegentlich beneiden möchte.
Seriöse Tierschützer betreuen und retten seit Jahren überwiegend jene Hunde, die in südlichen Ländern, bzw. in Ländern des ehemaligen Ostblocks von verrohten Einheimischen skalpiert (Bulgarien) werden, die man mit heißem Teer übergießt (Rumänien), die aufgehängt als Trainingsobjekt sog. "Kampfhunde" dienen (Spanien), denen man in griechischen Kneipen die Zigaretten im Fell ausdrückt, denen man die Pfoten "zum Spaß" abhackt, Ohren abschneidet und die beispielsweise in Spanien zu Tausenden – wenn sie als Jagdhunde "versagen", bzw. wenn die Jagdsaison vorbei ist – im Wald so an Drahtschlingen aufgehängt werden, dass sie noch einige Stunden, oder auch Tage auf den Hinterbeinen balancierend überleben - die spanischen Jäger lassen ihre treuen vierbeinigen Jagdgenossen massenhaft "tanzen" - wie sie sagen..
Und natürlich versuchen die seriösen deutschen Tierschützer auch zumindest einen Teil jener bedauernswerten Hunde zu retten, die von den lokalen Behörden mit der perversen Absicht den Touristen "saubere und hundefreie Städte" bieten zu können, in Hunde-Konzentrationslagern zusammengepfercht werden, um nach Tagen oder Wochen in Nacht-und-Nebel-Aktionen mit Schraubenziehern erstochen, mit Eisenstangen erschlagen oder mit Gas, bzw. Giftspritzen ermordet zu werden.
All dies, und vieles mehr, wurde im Internet mit zahllosen Fotos dokumentiert und hätte bei einer gründlichen Internet-Recherche auch ohne Aufwand vom Stern-Autor Werner Schmitz gefunden werden können.
Der seriöse Auslandstierschutzes hat also einen ethisch-moralischen Wert an sich - völlig losgelöst von den abzulehnenden Verhaltensweisen der als "Tierschützer" getarnten Hundehändler der Tierschutzszene.
Angesichts der jedem Tierschützer bis zum Erbrechen bekannten Hunde-Massaker die Jahr für Jahr Zehntausende von Tieren das Leben kosten und jeweils bei deutschen Tierschützern Tausende von Protestbriefen ausgelöst haben, ist es besonders abstoßend wenn sich der Stern-Autor über "herzzerreißende und hanebüchene Leidensgeschichten" lustig macht, die seiner Meinung nach frei erfunden sind, um den Verkauf der Hunde zu fördern.
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